Medizin mit Menschlichkeit
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"Warum tragen zunehmend mehr Ärzte – gerade auch unsere Führungsfiguren –
offene Hemden (unter Sacco)?

Weil sie Krawattenmuffel wären? Nein, sie sind nur überzeugte Nichtfliegenträger."

Martin Gattermann


 

 

Seit über einem Jahrzehnt führt die Politik eine Auseinandersetzung mit der deutschen Ärzteschaft, die die Ärzte oft demütigt und ihnen mehr oder minder offen mißtraut. Sie scheint sich darauf verständigt zu haben, überwiegend den Ärzten die Schuld an einer scheiternden Gesundheitspolitik zuzuschreiben. Einen besonderen Höhepunkt bildet die Darstellung des Gesundheits- und Sozialpolitikers Professor Dr. Karl Lauterbach in seinem Buch "Der Zweiklassenstaat".

Sein Buch darf nicht unwidersprochen bleiben. Es gibt in vielen Bereichen einen zumindest diskussionsbedürftigen Einblick in das Denken und Handeln der heutigen Politiker gegenüber Patient und Arzt. Dieser Auseinandersetzung stellt sich hier der Kassenarzt und Nichtpolitiker Martin Gattermannn. Er versucht, dem Leser positive Alternativen aufzuzeigen, und veranschaulicht, auf welchem fatalen Weg die heute Verantwortlichen schreiten. Auch im Blick auf die Geschichte hält er viele positive Alternativen bereit und ermuntert zum Mitdenken und zum Widerstand. Er richtet sich gleichermaßen an Patienten und Ärzte.

Der Autor Dr. med. Martin Gattermannn ist seit 25 Jahren Arzt und seit 1991 mit seiner Frau als Kassenarzt (Allgemein- und Badearzt) in St. Peter-Ording tätig.

Etliche seiner überwiegend in der Standespresse erschienenen Artikel sind auch einzusehen unter www.Aerzte-im-Widerstan.de.

   
  Das Buch kann zum Preis einer Krankenkassengebühr in Höhe von 10 € aus jeder Buchhandlung bezogen werden (ISBN 978-3-9803953-3-5). Es kann auch bestellt werden bei www.amazon.de, www.buchhandel.de sowie direkt beim Verlag (infolab GmbH, Abt. V, Loheweg 5, 91056 Erlangen, Telefax 09135-950, buch-mmm@infolab.de). Dort kann auch die Preisstaffel für größere Bestellungen erfragt werden.
Buchrückseite:
 



Geleitwort

Dies Büchlein ist mehr als nur die Entgegnung eines Hausarztes auf das Werk „Zweiklassenstaat“ des Herrn Professor Lauterbach. Hier spricht ein Mensch aus ärztlicher Erfahrung über die Grundwerte unserer freiheitlich-demokratischen Sozialstruktur. Es wird deutlich, welche Gefahr für die Mitmenschlichkeit droht, wenn technokratisches Denken und ideologische Voreingenommenheit die Macht in unserem Lande erhalten.

Verantwortung für unser berufliches Handeln, für unsere Patienten und für unsere Gesellschaft fordert Mut der Gegenrede, hier verbunden mit dem Aufzeigen von alternativen Lösungen im Sinne der Humanität, deren Wertschätzung Voraussetzung für unseren freiheitlich-demokratischen Staat ist.

Lauterbach wird ernst genommen, alle Lauterbachs und deren Sympathisanten sollten mit der gleichen Ernsthaftigkeit überprüfen, ob sie mit mechanistischem und ökonomisiertem Denken in ihrer jeweiligen Funktion unserem Sozialwesen dienen oder ob sie irreparablen Schaden für unser Gemeinwohl auslösen.

Dem Autor dieses Büchleins ist zu danken für seine sachliche Analyse und Stellungnahme, seinen Einsatz für den Erhalt einer humanen Gesellschaft.

 

Dr. Klaus Bittmann

Gründer und Mitglied des Vorstandes der "Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein" und Sprecher des "Bundesverbandes der Ärztegenossenschaften" in Deutschland

 

Inhaltsangabe von "Medizin mit Menschlichkeit"

 

Geleitwort

Vorbemerkung

Vorwort

Hinführungen

Vorbemerkungen 
Reformstau, Wahrhaftigkeits- und Glaubwürdigkeitslücke 
Der Aberglaube an die Statistik
Vertrauen gegen Kontrolle    ( -> Leseprobe )
Für und wider die Familie 

Der Zweiklassenstaat Professor Lauterbachs 

Das Bildungssystem

Die ignorierte Mitverantwortung der Politik
Der Fetisch immer höherer Qualifikationen
Arbeitslosigkeit heute
Staatskinder
Fernsehkonsum
Kindheitsprägungen und Familie
Akademische Erzieher und Erzieherinnen
Zweiklassige Kindheit
Die Hauptschule
"Migrantenkinder"
Die Kosten der neuen Einheitskindheit
Ein familienpolitisches Gegenmodell

Das Gesundheitssystem

Gesundheitsökonomie versus ärztliche Erfahrung
Die private Krankenversicherung
Vom Umgang mit der ärztlichen Elterngeneration
Priorität des Geldes in der ärztlichen Behandlung?
Medizin-Forschungsstandort Deutschland
Die Facharztversorgung
Das Internetforum www.facharzt.de
Ärztliche Gewinnsucht und Budgets 
Die Verteilung der Krankenkassenbeiträge
Der Mord an der niedergelassenen ambulanten Medizin
Bestechung durch die Pharmaindustrie?
Die Rolle der Kassenärztlichen Vereinigungen
Ausschweifungen der Kassenärzte?
Was diesen Staat tatsächlich bedroht 
Kassenärztliche Vertraglichkeit
Arztqualität
Hauptamtlichkeit kassenärztlicher Interessenvertretung
Arztverantwortung
Vom Fehlermanagement in der Medizin
Wettbewerb und Selektion
Sonderfall Heilmittelverordnung 
Die Abschaffung der Privatpatienten
Die "freie" Arztwahl
Prävention
Transparenz und Wettbewerb
Die Macht der Monopole
Der neue Basistarif
Wider den Lobbyismus

Das Rentensystem

Das Privileg der Beamten 
Das angebliche Privileg der Freiberufler
Menschenwürde und Rentengerechtigkeit
Das "Rentensystem" der politischen Elite
Die staatliche Zusatzrente
Das höhere Renteneintrittsalter
Menschenwürde und "einfache Arbeit"
Die Rentenbezugsdauer und die Erwerbsminderungsrente
Teilzeitarbeit und Rente
Erhöhung des Steueranteils an der Rentenversicherung

Die Pflegeversicherung

Bildung und Pflegebedürftigkeit
Die Erbschaftssteuer
Die sogenannten Pflege-Skandale
Finanzierung der Pflege
Behördliche Kontrollwut
Die Abschaffung des Hausarztes für die Heimbewohner
Die Bedeutung der Hausärzte für den Schutz ihrer Patienten 
Von der Unvermeidbarkeit der Pflege-Dokumentation
Außenkontrolle durch die Hausärzte
Reformbedarf der Pflegeversicherung?

Die Abrechnung mit den "Privilegierten"

Von den guten Absichten
Vom biologischen Fortbestand unserer Gesellschaft
Arbeitsplatzchancen geringer Gebildeter in Europa

Nachbemerkungen

Worüber nichts geschrieben steht

Die Zwangsdigitalisierung medizinischer Daten
Die Krankenkassengebühr
Die Chronikerprogramme
Die geplante Abschaffung der freien Arztwahl
Wofür der niedergelassene Arzt haftet

Der wahre Zweiklassenstaat

Muß man als deutscher Hausarzt Professor Lauterbach mögen? 

Die Rolle der "Alten"

Ausblick

Schlußbetrachtung

Postpostskriptum

Danksagung



Leseprobe:

Vertrauen gegen Kontrolle  (Seite 24ff.)

Professor Lauterbachs neues Sozial- und Medizinmodell ist das einer durchgängig und lückenlos kontrollierten Daten-, vielleicht sogar Gesinnungswelt. Eine solche perfektionierte Steuerung widerspricht vielen gängigen und in unserer Kultur berechtigt etablierten Einsichten über das, was den Leistungsrahmen eines einzelnen und von Gruppierungen, aber auch das Glück des Menschseins ausmacht. Jenseits der Meßbarkeit sind das individuelle Vertrauen des Patienten zu seinem Arzt und das kollektive Vertrauen einer Gesellschaft in ihre Medizin wichtige Voraussetzungen für Erfolge in Therapie und Prävention.

Bei aller Skepsis über unser Wissen und Können – in unserer Binnensicht wie in der Außenperspektive – ist dieses Vertrauen der Humus. Wer es zerstört, zerstört ärztliche Wirksamkeit.

Dieses Vertrauen braucht der Arzt auch zu sich selbst. Zuviel und zu fundamentale Kritik kann es zermürben. Der Arzt, der im entscheidenden Moment den Patienten bei der Hand nehmen kann, muß sich seiner selbst sicher sein dürfen. Dazu braucht er nicht nur Autonomie und Fachkönnen, sondern auch eine emotional- soziale Kompetenz. Es gibt viele Situationen, in denen die Arzt-Patienten-Begegnung nicht fernsteuerbar ist, sondern nur vom unmittelbaren und beiderseitigen Vertrauen lebt.

Nehmen wir ein Beispiel aus einem weder in der Sozial- noch in der Medizinwelt angesiedelten Berufsfeld, dem der Armee. Dort gibt es zur Umsetzung einer Führungsentscheidung konkurrierend die Auftrags- und die Befehlstaktik. Letztere ist durchwoben von Rückmeldung und permanenter Kontrolle, weil sie dem Durchführenden keine Einsichten in das Zielvorhaben der Führung zutraut, ihm vielleicht sogar generell mißtraut.

Auftragstaktik aber vertraut dem Durchführenden, weiß ihn im gemeinschaftlichen Zielstreben verbunden und mißt seine Leistung am Ergebnis, überläßt ihm aber – auch zur Delegation in den ihm nachgeordneten Bereich – erhebliche Gestaltungsfreiheit.

In der deutschen Nachkriegsbundeswehr ist man sicher, daß sich durch die Auftragstaktik Effizienz und Effektivität militärischen Handelns erhöht und präferiert sie weitestmöglich gegenüber der Befehlstaktik.

Im Mitverantwortlichsein der horizontalen Ebene für die gemeinsame Leistung gibt es hier eine Analogie zu moderner Managementpsychologie. Auch hier versucht man, die individuellen Fähigkeiten des einzelnen im Sinne des Gesamtergebnisses zu nutzen.

Regelwerken, wie sie Professor Lauterbach beabsichtigt und einfordert, liegt ein leider gegenteiliges Menschenbild zugrunde: Man scheint in dem von ihm gestalteten politischen System die Mitspieler vielleicht nicht nur potentiell für unfähig und/oder unredlich zu halten und ihrer durch Kontrolle und (Über-)- Steuerung Herr werden zu wollen. Die Kontrollierenden unterliegen übrigens ihrerseits keiner echten Außenkontrolle – allenfalls augurenhaft untereinander –, was dem zeitlich befristeten Delegat von Macht in der Demokratie fundamental widerspricht. Während also die demokratischen Mandatsträger sich immer wieder zur Wahl stellen und die Berechtigung ihrer Wiederwahl begründen können und müssen, brauchen die Kontrollierenden sich nicht mehr zu rechtfertigen.

Sie setzen die Standards ihres Tuns und ihrer Legitimation selbst und sorgen durch die biomathematische Kompliziertheit ihrer Materie dafür, daß die von ihnen Geführten die Instrumentarien und deren Meßergebnisse möglichst nicht überprüfen können.

Dabei wäre der schlichte Glauben an die Statistik naiv. Auch hierzu wird später Näheres auszuführen sein.

Ein besonders drastisches Beispiel dieser Denkweise zeigt sich, wenn im Bericht Professor Lauterbachs in einer Klinik mit „hoher Mortalität“ die „schlechten Chirurgen … ausgetauscht“ wurden. Was bedeutet dies? Wohin wurden sie ausgetauscht? Welche Kranken werden ihnen jetzt „ausgeliefert“? Oder sind sie gar einfach verschwunden – vaporisiert im Orwellschen Sinne? Wer hat denn überhaupt untersucht, ob sie – wer von ihnen, mit welchen Anteilen, mit welchen Anteilen von Mitverantwortung oder gar „Mitschuld“ nichtchirurgischer Mitarbeiter, unter welchen Arbeitsbedingungen,mit welchen Anteilen der Klinikleitung etc. – tatsächlich „schuld“ an den Mängeln waren?

Wie kann eine Mortalitätsstatistik, die zudem unter der Vorgabe, daß weniger als 200 Operationen gleichen Typs am gleichen Krankenhaus als Mangel per se anzusehen seien, hier entscheiden, ob ihretwegen „die schlechten Chirurgen … augetauscht“ werden können und müssen?

Hier sei schon darauf verwiesen – wie ebenfalls später noch auszuführen sein wird –, daß ein genereller Verdacht der Unfähigkeit und Unredlichkeit in erster Linie dazu dient, Menschen durch Furcht vor Sanktionen zu steuern. Kein Chirurg will „ausgetauscht“ werden, schon gar nicht mit dem Stigma, ein „schlechter“ Chirurg zu sein. Der gleiche Autor, dem dieser Bericht über radikale Sanktionen ohne Wimpernzucken aus der Feder quillt, fordert andernorts „Begeisterungsfähigkeit, … Leistung und den unbedingten Willen, Krankheiten zu besiegen“ (S. 7). Was aber kann denn unter einer perfektionierten Überwachung Abhängiger anderes erwartet werden als Anpassung und Ergebung? Wo bleiben in diesem Menschenbild Freiheit und Würde, wo der Respekt vor dem Mitmenschen?

.

 

 

Am 1.2.2010

ist das zweite Buch von Dr. med. Martin Gattermann:

ist das zweite Buch von Dr. med. Martin Gattermann:

Patient? Dumm gelaufen!

erschienen.

Kranksein und Gesundwerden in einem kranken Gesundheitssystem. Ein bißchen Sozialismus, Verzagtheit, Angepaßtheit und ganz viel Bürokratie und Gängelung vergällen  Kranken und Schwachen, aber auch ihren Ärzten das Miteinander.

Ein Hausarzt plaudert aus dem Nähkästchen und erklärt die heutige Kassenmedzin. Was Sie sich oder  Ihren Arzt schon immer fragen wollten, sich bislang aber nicht trauten. Oder: Das Absurde hat Methode!

Patient? Dumm gelaufen!

will helfen, daß es für die Patienten wieder besser läuft! Es enthält einen konkreten Vorschlag, zukünftig die Wartelistenmedizin und die Landflucht vor allem junger Ärzte zu verhindern und "10 hausärztlichen Bitten" zum Herauskopieren, mit deren Beachtung Patienten im bestehenden System ihrem Hausarzt helfen und sich selbst Nutzen bringen können.

   
 IMPRESSUM

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Dr. med. Martin Gattermann
Böhler Landstraße 5,
D-25826 St. Peter-Ording
Tel.: 0 48 63 - 3 3 2 0
Fax: 0 48 63 - 3 4 5 0
E-Mail: mmm@dr-gattermann.de

Berufsbezeichnung:
Facharzt für Allgemeinmedizin
( verliehen durch die Bundesrepublik Deutschland )


Zuständige Kammer:
Landesärztekammer Schleswig-Holstein
Bismarckallee 8 -12
23795 Bad Segeberg

 

Zuständige Aufsichtsbehörde:
Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein
Bismarckallee 1-6
23795 Bad Segeberg


Berufsrechtliche Regelungen:
Heilberufegesetz des Landes Schleswig-Holstein und Berufsordnung der Landesärztekammer von Schleswig-Holstein



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